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Wölfi
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I. Neonatale Phase
0 - 3. Lebenstag
Gewicht: 0,3 kg- 0,5 kg


  • Die Welpen sind bei der Geburt noch blind und taub, der Geruchsinn ist jedoch bereits ausgeprägt
  • Die Mutter bleibt die ganze Zeit über bei ihrem Wurf, der durchschnittlich 4 - 7 Welpen umfasst
  • Die Welpen sind noch nicht in der Lage ihre Körpertemperatur selbst zu regeln
4. - 7. Lebenstag
Gewicht: 1,1 kg

  • Die Mutter verlässt die Höhle gelegentlich
  • Die Körpertemperatur kann von den Welpen inzwischen gehalten werden
~~~~~

II. Übergangsphase
1. - 2. Lebenswoche
Gewicht: 1,6 kg

  • Die Welpen öffnen das erste mal die zu Beginn noch blauen Augen.
20. Lebenstag
Gewicht: 3,0 kg

  • Die Ohren der Welpen stellen sich auf, der Hörsinn entwickelt sich
~~~~~

III. Sozialisierungsphase
3. Lebenswoche
Gewicht: 3,2 kg

  • Die ersten Milchzähne brechen durch
  • Die Läufe und Schnauzen der Welpen wachsen in die Länge und verleihen ihnen ein wölfischeres Aussehen
  • Immer öfter erforschen die Welpen die Höhle und spielen miteinander
4. Lebenswoche
Gewicht: 4,5 kg

  • Die Welpen verlassen das erste mal die Höhle und treffen schließlich auf andere Wölfe des Rudels
  • Die Gefahr durch andere Räuber wächst
  • Allmählich beginnen die Jungen an Knochen und Fleisch zu knabbern, bevorzugen aber noch die Muttermilch
5. Lebenswoche
Gewicht: 5,9 kg

  • Im häufiger werden die Welpen vom Vater und anderen Rudelmitgliedern durch vorverdaute Nahrung gefüttert
~~~~~

IV. Jugendphase
6. - 8. Lebenswoche
Gewicht: 6,2 - 6,8 kg

  • Das Milchgebiss der Welpen ist nun gänzlich ausgeprägt
  • Bei den Welpen kommt es zum ersten Haarwechsel
  • Die Höhle wird immer seltener genutzt, bis die Welpen ca. am Ende der 8. Woche zum sog. Welpen-Hort gebracht werden. Dort lernen sie in den nächsten Monaten viele wölfische Verhaltensweisen
3. - 4. Monat
Gewicht: 6,8 - 12,8 kg

  • Die Augen der Welpen wechseln ihre Farbe von blau in bernsteinfarben, braun oder grau.
4. - 6. Monat
Gewicht: 12,7 - 31,8 kg

  • Das Milchgebiss der Jungen wird durch das kräftigere Dauergebiss ersetzt.
  • Die Jungen begleiten das Rudel nun gelegentlich auf der Jagd, nehmen aber nicht aktiv daran teil.
  • Die soziale Bindung der Welpen an das Rudel ist abgeschlossen
6. - 8. Monat
Gewicht: 13,6 - 36,3 kg

  • Die Jungen verlassen zusammen mit den Erwachsenen den Welpen-Hort und ziehen nun im ganzen Revier umher.
10. - 12. Monat
Gewicht: 27,2 - 45,4 kg

  • Die Jungwölfe sind bereits mit ca. 10 Monaten so groß wie die Erwachsenen. Im Alter von einem Jahr wächst das Skelett nicht mehr weiter
12. Monat - 22. Monat
Gewicht: 27,2 - 45,4 kg

  • Die Jungwölfe perfektionieren alle Verhaltensweisen die sie im Rudel benötigen
  • Sie beteiligen sich auch gelegentlich an der Aufzucht der neuen Jungen
~~~~~

V. Erwachsenen Alter
22. Monat
Gewicht: 27,2 - 45,4 kg

  • Mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife werden die Wölfe erwachsen

14.07.2005, 18:20 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
Wölfi
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Nach der allgemeinen Übersicht hier nun das ganze etwas ausführlicher.

Die Geburt (Vorsicht: Aufklärungsunterricht!)

In den Tagen direkt vor der Geburt bemerkt man bereits, wie das Verhalten und Aussehen der Wölfin sich ändert. Die Trächtigkeit ist ihr nun vom Leibesumfang her deutlich anzusehen, die Zitzen schwellen an und das Fell um die Zitzen herum wird von ihr herausgerissen. Die Wölfin wirkt unruhig und nervös oft schon mehrere Tage vor der Geburt.
Im ersten Stadium der Wehen kommt ein klarer Ausfluß aus der angeschwollenen Scheide. Die Wölfin leckt und reinigt sich unablässig. Der Atem wird rasch und hechelnd, es kann auch sein, daß sie vor Schmerzen aufjault.

Von den ersten Wehen bis zur Geburt des ersten Welpen vergehen oft mehrere Stunden. Die Abstände in denen die einzelnen Welpen geboren werden, sind sehr variabel, so daß mal drei Stunden und mal auch nur fünf Minuten zwischen den Geburten vergehen können.

Der Geburtsvorgang:
Im Interesse eines zügigen Spielflusses werden wir das Spiel starten, wenn die Fähe bereits in den Wehen ist, und werden auch nicht all zu viel Zeit zwischen den einzelnen Geburten vergehen lassen. Dennoch wären Ruhephasen mit darauffolgenden neuen Wehen zwischen den Geburten ab und an vielleicht nicht verkehrt und machen es auch realistischer als wenn alles direkt nacheinander hinausflutscht.

Jeder Welpe ist in der Gebärmutter in einer Membran (Fruchtblase) eingehüllt und mit dem Mutterkuchen (Plazenta) verbunden. Der Welpe schwimmt mit der Plazenta in der mit Flüssigkeit gefüllten Fruchtblase. Diese Flüssigkeit schützt den Fötus vor Druck durch die Organe der Mutter, ebenso wie sie die teilweise heftigen Tritte des Welpen in der Gebärmutter dämpft.
Die pressenden und drückenden Bewegungen der Wehen entstehen durch das Zusammenziehen der starken Muskelwände der Gebärmutter. Diese pressen die Fruchtblase nach und nach durch den Scheidendurchgang, so daß dieser erweitert wird. Dabei platzt die Hülle und schmiert das Fell rund um die Scheide. Die Wölfin leckt die wasserklare Flüssigkeit auf. Sodann folgt rasch der erste Welpe und anschließend seine Plazenta. Welpen werden sowohl Kopf als auch Hinterteil voran geboren und sind dann noch durch die Nabelschnur mit der Nachgeburt verbunden. Wird ein Welpe in seiner Eihülle geboren, zerreißt sie die Wölfin und frißt sie auf, wobei sie auf der Kopfhöhe des Welpen anfängt, damit er schnell atmen kann. Danach beißt sie die Nabelschnur durch und frißt die Nachgeburt auf. Die Plazenta sieht aus wie ein Fleischbrocken mit vielen Blutgefäßen. Sie zu fressen ist ein ganz normaler Vorgang: Zum einen versorgt die Nachgeburt die Mutter mit wertvoller Nahrung (weshalb sie meist äußerst gierig verschlungen wird), zum anderen bleibt das Nest sauber. Werden hingegen nicht alle Plazentas ausgestoßen, führt das später zu Geburtskomplikationen und kann der Mutter gesundheitlich empfindlich schaden.

Nach der Geburt leckt die Wölfin den Welpen heftig, schiebt ihn hin und her und geht recht unsanft mit ihm um. Dadurch wird der Welpe trocken, warm und seine Atmung angeregt. Sobald der erste Schrei ertönt, ist alles in Ordnung. Schon bald danach sucht der kleine Welpe instinktiv den Bauch der Mutter und die Zitzen, um das erste Mal zu saugen, wobei ihm die Mutter wenn nötig hilft und ansonsten einfach entspannt und auf den nächsten Welpen wartet.

Tot oder stark mißgebildet geborene Welpen werden entweder aufgefressen oder von den Eltern draußen in einem Loch verscharrt.

Die Welpen
Ein gesunder neugeborener Welpe ist blind, taub, zahnlos und hungrig, aber laut. Mit den Beinen rudernd bewegt er sich fort, während sein Bauch auf dem Boden schleift. Er kann gerade gut genug kriechen, um an die Zitzen zu kommen, und er weiß, wie man die Muttermilch saugt und leckt. Auch ist er bereits in der Lage zu treteln, um dadurch den Milchfluß der Mutter anzuregen. Eine Fähigkeit, die sich im Laufe der Zeit noch steigert und verbessert.

Selbst wenn junge Welpen nicht an den Zitzen saugen oder schlafen, geben sie schmatzende Geräusche von sich. Sie saugen sogar an ihren Pfoten!

Während der Säugephase säubert die Mutter die Welpen und stimuliert sie zum urinieren und zur Darmentleerung, indem sie ihre Genitalregion beleckt. Sie verschluckt all ihre Ausscheidungen und hält so die Geburtsumgebung sauber und geruchsfrei. Ohne diese Hilfestellung sind die kleinen Welpen noch nicht in der Lage, Kot oder Harn abzusetzen. Instinktiv halten sie still, wenn die Mutter ihren Bauch leckt.

Aufgrund der Taubheit und Blindheit reagieren Welpen in diesem Alter nur sehr schwach auf Außenreize. Die Augen sind verschlossen und lassen sich noch nicht öffnen. Die Gehörgänge sind durch eine Art Membran verschlossen und abgedichtet, die den Gehörgang wie eine Art Deckel absichert und so die Hörfähigkeit verhindert. Eine zusätzliche wenn auch weniger entscheidende "Klappe" über den Gehörgängen stellen die Ohren der Welpen dar, welche sich erst viel später zu Stehohren aufrichten werden.

Ein neugeborener Welpe ist sehr wenig bis fast gar nicht in der Lage, seine Körpertemperatur alleine zu regeln, weshalb er auf Wärme und Schutz durch die Geschwister und vor allem die Mutter unbedingt angewiesen ist. Aus diesem Grund hat die Natur dafür gesorgt, daß die unbeholfenen Kriechbewegungen der Welpen in diesem Alter nur im Kreis verlaufen, was verhindert, daß sie sich versehentlich all zu weit von ihrer Mutter und ihren Geschwistern entfernen und dadurch auskühlen könnten. Ihre Bewegungsfähigkeit ist also gerade ausreichend, um sich innerhalb des direkten Nestbereiches fortbewegen zu können und somit zu ihrer Mutter oder den Geschwistern zurückfinden zu können. Instinktiv suchen sie die Wärme, weshalb es auch nicht ungewöhnlich ist, wenn die Welpen aneinander und sogar halb übereinander krabbeln und in einem Haufen aufeinander liegen.

Bei der Geburt wiegt ein Welpe im Durchschnitt zwischen 300 und 500 Gramm und ist etwa 25 bis 33 cm lang. Sein Tagesablauf besteht hauptsächlich aus trinken und schlafen, denn erst nach etwa vier Tagen erhöht sich allmählich die Aktivität der Welpen. In den ersten 14 Tagen wird durch die Muttermilch das Geburtsgewicht eines Welpens verdreifacht.

Wie bei den meisten jungen Säugetieren bewegen sich die Welpen während der meisten Schlafperioden äußerst lebhaft. Sie wölben die Zunge, kneifen gelegentlich die ohnehin geschlossenen Augen noch mehr zusammen, zucken mit den Ohren, knurren und wimmern. Es ist wohl davon auszugehen, daß sie häufig und intensiv träumen.

Es scheint von der Natur absichtlich vorgesehen, daß Sinne, die von den Welpen in den ersten Tagen noch nicht benötigt werden, auch noch nicht verfügbar sind, um den Welpen nicht unnötig zu irritieren. Sehr gut ausgeprägt ist hingegen bereits der Geruchssinn, und auch der Tastsinn und das Gefühl für Temperatur sind vorhanden. Wahrgenommen werden die Umweltreize vor allem mit den Tasthaaren sowie mit der Nase. Die Hauptmotivation der Welpen richtet sich auf Futter und einen entsprechenden Wärmeausgleich. Mit Hilfe der Tasthaare werden Wärmequellen (Mutter und andere Geschwister, aber auch Ersatzobjekte) gesucht, mit Hilfe der Nase die Nahrungsquelle (Milchzitzen der Mutter). Wenn ein Welpe sich kalt, unwohl oder in irgendeiner Weise verloren fühlt, sich lösen muß oder gar Schmerzen hat, schreit er. Geht es ihm hingegen rundum gut, schläft er überwiegend.

Die Welpen sind in diesem Alter noch ausschließlich ichbezogen, das bedeutet Eltern und Geschwister werden zwar wahrgenommen, jedoch findet keinerlei sozialer Kontakt im Sinne eines Erkennens statt. Das Verhalten ist somit überwiegend instinktgesteuert und es finden keine gezielten Interaktions- oder gar Spielversuche statt.

Neugeborene Welpen haben kurze Beine, ein stumpfes Gesicht, einen kleinen, kurzen, dünnen, lichten Schwanz und kleine, nach vorne fallende hängende Ohren. Das Fell ist kurz und feinwollig, meist dunkel gefärbt.


7 Tage alt

Innerhalb oder am Ende der ersten Lebenswoche ist noch keine bahnbrechende Weiterentwicklung im Aussehen oder Verhalten der Welpen zu bemerken. Interessant ist lediglich, daß in dieser Zeit sich ihr Geburtsgewicht bereits mehr als verdoppelt und auch ihre allgemeine Aktivität etwas zunimmt. Ansonsten sind hauptsächlich die schon für den Tag der Geburt beschriebenen Verhaltensweisen zu beobachten.


14 Tage alt

Im Alter von zwei Wochen kommen die Welpen in eine Übergangsphase, welche allerdings erst mit drei Wochen so richtig auf Touren kommt. Dennoch beginnen die Entwicklungsprozesse schon Ende der zweiten Woche allmählich.

Die Augen:
Das Erlangen der Sehfähigkeit ist ein langsamer Entwicklungsprozeß. Sowas wie den großen Ahaeffekt "wow, ich kann sehen!" gibt es somit nicht. Stattdessen entwickelt sich die Sehfähigkeit langsam und schonend, damit die Welpen in Ruhe lernen können optische Signale richtig zu verarbeiten und damit nicht überfordert werden. Vom ersten Blinzeln bis zum blauäugigen Augenaufschlag vergehen mehrere Tage. Den ersten "Sehschlitz" haben Welpen um den 12. Tag herum. Das bedeutet sie können ihre Augen einen kleinen Spalt weit öffnen, jedoch nicht weiter. Außerdem können sie bislang nur sehr schwach sehen und lernen erst später, besser zu sehen.
Etwa am 14. Tag, also ca. zwei Tage später, haben sie dann volle Sehfähigkeit mit vollständig geöffneten Augen. In diesem Alter haben noch alle Welpen blaue Augen.

Sobald ein Welpe volle Sehfähigkeit erlangt hat, ist er in der Lage seine Geschwister, sowie seine Mutter und andere Dinge zu erkennen. Mit Öffnen der Augen beginnt auch erstmals der Konkurrenzkampf der Welpen um die besten Milchzitzen.

Die Ohren:
Wenn die Welpen etwa 12 bis 14 Tage alt sind, schmilzt die Membran, welche die Gehörgänge schützt, ein, wodurch die Welpen Hörfähigkeit erlangen. Allerdings ist wohl davon auszugehen, daß auch dies eher ein schleichender Entwicklungsprozeß ist. Viele Quellen sagen allerdings auch, daß das Hören sich meist erst etwas später als das Sehen entwickelt.

Die Zähne:
Ab einem Alter von ca. 14 Tagen beginnen sich allmählich die ersten Milchzähnchen zu zeigen, beginnend bei den Schneidezähnen. Diese Zähne sind zwar nicht so groß wie die eines erwachsenen Wolfes, dafür aber besonders scharf und spitz und somit nicht zu unterschätzen.

Fortbewegung:
Die Welpen sind nun schon wesentlich mobiler als in der Zeit kurz nach ihrer Geburt. Das Krabbeln klappt müheloser, und auch Sitzen ist schon möglich. Sie beginnen nun mehr Interesse an ihrer Umwelt zu zeigen und sie mit Hilfe ihrer neu erlangten Sinne zu erforschen. Noch immer schlafen sie allerdings am besten dicht aneinander gedrängt, und liegen dabei teilweise auchnoch ganz auf der Seite.

14.07.2005, 18:22 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
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21 Tage alt

Die Welpen haben nun im Grunde alles, was man zum Leben braucht. Sie können sehen und hören und haben die ersten vollständig sichtbaren Milchzähnchen. Welpen in diesem Alter zeigen normalerweise noch kein Angstverhalten. Sie können nun schon knurren, kauen und sich ein wenig selber und gegenseitig putzen. Zudem erlernen die Welpen in diesem Alter allmählich den Schnauzenstoß, der bald dazu dienen soll sich von den Eltern Nahrung hervorwürgen zu lassen.
Sie beherrschen die Gliedmaßen nun immer besser. Die Beine stehen nicht mehr hilflos wie Paddel ab, sondern werden richtig unter den Körper gestellt. Das bedeutet, daß sie mehr oder weniger sicher stehen und sogar gehen können, auch wenn dieses Gehen anfangs noch langsam geschieht und mehr an ein Krabbeln erinnert.
Die Welpen erforschen den Bau nun immer genauer, und auch die ersten Ausflüge "vor die Tür" können beginnen.

Im Regelfall wäre es so, daß die Welpen erst jetzt ihren Vater kennenlernen, da dieser sich in der Wurfhöhle normalerweise nicht aufhalten würde. Schon jetzt beginnt der Vater die Welpen rauh zu behandeln und Dominanzverhalten zu zeigen, auf welches die Welpen am besten mit entsprechenden Unterwürfigkeitsgesten und einer Rückkehr in die Wurfhöhle reagieren. Durch die Rückenlage und gleichzeitiges urinieren (Kindchenschema) wird beim Rüden ein weiteres zu grobes Verhalten abgeblockt. Fehlt dieser Reiz kann es nicht zu dieser Blockade kommen, wodurch der Rüde den Welpen ernsthaft gefährlich werden könnte, was ihnen instinktiv bewußt ist.

(Mir ist bewußt, daß diese Angabe im Widerspruch zu der Angabe "zeigen noch kein Angstverhalten" zu stehen scheint, doch wahrscheinlich kommt es dadurch, daß ich verschiedene Quellen verwende bzw. es differiert, wann ein Welpe welches Entwicklungsstadium erreicht hat, so daß diese Prozesse wahrscheinlich kurz nacheinander stattfinden.)


28 Tage alt

Im Alter von vier Wochen können die Dinge, die im Alter von drei Wochen schon langsam ihren Anfang fanden, ausgebaut werden. Es kommt nun des Öfteren vor, daß sich die Welpen für kurze Zeit außerhalb der Höhle aufhalten, auch wenn es noch immer nicht üblich ist, daß sie sich weit von ihr entfernen. Die Welpe beginnen nun zunehmend die Umgebung des Lagers zu erkunden. Ihr Aktionsradius wird sich jedoch bis etwa zur achten Woche auf maximal 30 – 50 Meter beschränken. Im Alter von vier-fünf Wochen machen sie entsprechend wirklich noch recht kurze Spaziergänge vor die Höhle, dehnen ihren Aktionsradius und die Länge der Spaziergänge jedoch Tag für Tag mehr aus, so daß sie mit spätestens sieben Wochen tatsächlich 30 bis 50 Meter Radius erreicht haben dürften.

Das Betteln um Futter und das Fressen hervorgewürgter Nahrung dürfte mit vier Wochen von allen Welpen beherrscht werden und auch regelmäßiger und öfter vorkommen, wobei Milch jedoch nach wie vor eindeutig die Hauptnahrungsquelle darstellt. Hier nochmal die Bsachreibung des Vorgangs: "Wenn sich ein erwachsener Artgenosse den Welpen nähert, umgeben sie ihn und beschnuppern sein Maul. Sie ergreifen das Maul des Erwachsenen mit den Kiefern, umklammern es und bemühen sich, die Nasen hineinzustecken. Der"Bedrängte" gibt dann zuvor aufgenommene Nahrung ab. teilweise leicht verdaut, die die Jungen schnell verschlucken". Zudem gehört zum Reizmuster den Erwachsenen über die Leftzen zu schlecken und auch der schon erwähnte Schnauzenstoß. Hier nochmal eine andere Beschreibung des Vorgangs: "Ab der Geburt der Welpen liegt der Alphawolf in Höhlennähe, verjagd andere Wölfe, läuft auch vor der Höhle hin und her und gibt den summenden Lockruf von sich. Dies steigert sich von Tag zu Tag bis zum Herauskommen der Wepen aus der Höhle. Nicht etwa die Wölfin führt die Welpen aus der Höhle, sondern die dominanten Welpen reagieren auf den Lockruf des Alphawolfs. Sie bewegen sich zu dem wartenden Alphawolf und laufen mit ihrem Welpengewinsel direkt auf dessen Fang zu. Der Vater streckt den Welpen den Fang entgegen und würgt Fleisch hoch, das ihm von den Welpen gierig aus dem Fang gerissen wird. So nacheinander kommen auch die anderen Welpen aus der Höhle und und es entstehen am Fang des Wolfes und der Wölfin Rangeleien, denn auch sie erbricht Fleischteile. Welpen mit dem größten Durchsetzungsvermögen werden am schnellsten satt. In den ersten Tagen nehmen die Welpen das Fleisch direkt aus dem Fang, dies gleicht etwa einer Vogelfütterung im Nest. Aber bald brechen die Alttiere das Fleisch einfach vor den Welpen aus und es entsteht eine stärkere Aktivität unter den Welpen. Durchsetzen, Abdrücken, Wegreißen, schneller sein als der andere, Lebenskampf, die bedingten instinktgesteuerten Methoden des Wolfslebens."

Inzwischen dürften wohl alle Welpen ein paar Milchzähnchen haben, auch wenn das Gebiß noch lange nicht vollständig ist. Die Welpen beschleunigen des Wachstum der Zähne, indem sie feste Gegenstände benagen. Schließlich benagen sie alles, was ihnen geeignet erscheint. Je mehr die Zähne des Welpen entwickelt sind, desto unangenehmer wird es für die Wölfin die Welpen weiterhin zu säugen. Auf Grund dessen, sowie auf Grund der nunmehrigen Größe der Welpen, beginnt die Wölfin nun ihre Welpen vorwiegend im Stehen zu säugen. Die Welpen selber müssen deshalb nun den sog. Pfotentritt anwenden, d.h. die Pfote des sitzenden Welpen massiert die Milchdrüse der Mutterwölfin um den Milchfluß anzuregen.

Die Welpen brauchen nun keine Hilfe mehr, um sich zu lösen, und hinterlassen wo sie gehen und stehen kleine Seen. Ein Welpe macht sein Geschäft stets nach dem Schlafen, Futtern und Spielen.

Das erste Spiel der Welpen könnte man "Maulspiel" oder "die Kunst zu beißen, ohne gebissen zu werden" nennen. Die Welpen versuchen, gegenseitig den Fang zu ergreifen und festzuhalten. Bald jedoch zeigen sie mehr Interesse an kleinen Gegenständen, die aufgenommen, herumgetragen oder gezogen und durchgekaut werden.

Verstärkt tritt es nun auf, daß die Welpen spielerisch miteinander kämpfen und balgen. Gleichzeitig ist dies eine Art Kräftemessen, bei dem schon jetzt Dominanzverhalten erprobt wird, auch wenn sich eine Art feste Rangordnung unter Welpen noch nicht ergibt. Alle Sinne sind jetzt voll entwickelt, die Welpen verfügen deshalb in dieser Zeit über ein extrem hohes Lernvermögen, und Kontakte und Einflüsse denen sie in dieser Zeit begegnen, sind für sie sehr prägend. Positive sowie negative Erlebnisse und Erfahrungen prägen den Charakter und sind maßgebend für das spätere Verhalten. Die Welpen beginnen zu Knurren, meist im Spiel mit ihren Geschwistern. Auch Heulen können sie bereits, zwar noch kein richtiges Heulen, jedoch eine Art jaulen, mit dem sie das Heulen der Altwölfe imitieren, wenn sie es hören. Das Balgen und Toben miteinander ist die beliebteste Beschäftigung. Die jungen Wölfe lernen jetzt auch Gesten auszudrücken und bei ihren Geschwistern zu verstehen. Wenn die Wölfin zu sehr von den Kleinen attackiert wird, wehrt sie sich schon mal.
Die Welpen haben durchaus Narrenfreiheit und testen konsequent die Regeln der adulten Wölfe aus. Gleichzeitig fordern die erwachsenen Wölfe jedoch konsequent die Unterwürfigkeit der Welpen. so etwas wie eine instinktive Beißhemmung bezüglich Welpen gibt es nicht. Welpen genießen keinen grundsätzlichen Schutz vor Wölfen, sondern werden lediglich geschützt durch ihre Mutter (und eventuell ehrenamtliche Beschützer) und durch eigene Beschwichtigungsgesten, die sie notgedrungener und unabdingbarerweise erlernen. In diesem Alter sind die Zähne noch sehr klein. Die Welpen können damit Gegenstände packen und weiches Material durchbeißen oder zerreißen. Daß sie sich gegenseitig damit verletzen, kommt jedoch normalerweise nicht vor. Die zunehmende Körperbeherrschung erlaubt den Welpen eine größere Bewegungsfreiheit. Die erwachsenen Wölfe sind ihnen nun fast schutzlos ausgeliefert. Wie frech ein kleiner Welpe auch sein mag oder wie sehr er auf einer Balgerei besteht, ein erwachsener Wolf verliert ihm gegenüber selten die Geduld und wird böse. Eher hört man ein warnendes Knurren, und nützt das nichts, blitzen die Zähne. Reicht diese Drohgebärde nicht aus, stürzt sich der erwachsene Wolf blitzschnell und laut knurrend über den Welpen und greift mit seinem Fang über dessen Maul. Der Welpe hört sofort mit dem Spiel auf und rollt sich als Zeichen der Unterwerfung auf den Rücken. Der erwachsene Wolf steht auf und sucht sich einen ungestörten Platz. Die Welpen beginnen nun immer selbstbewußter zu werden und lernen die ersten Regeln des Sozialverhaltens. Andere Wölfe werden freundlich begrüßt, um keine Feindseeligkeiten entstehen zu lassen.
Hier mal kurz die Beschreibung des Verhaltens eines besonders dominanten Vaters: Es war verblüffend, wie weit die Welpen bei ihm gehen durften. Sie zogen und zerrten wild an seinen zarten Ohren, stürzten sich bei jeder Gelegenheit auf ihn, und sobald er sich hinlegen und sich ausruhen wollte, liefen sie auf seinem Rücken auf und ab. Er verlor niemals die Geduld, und wenn er sie zurechtwies, tat er das sehr liebevoll. Ein leuchtendes Vorbild für viele menschliche Mütter und Väter. Allerdings sicherte er sic himmer wieder seine Dominanzstellung, indem er die Welpen nicht weniger als drei bis viermal die Stunde zwang, sich zu unterwerfen. Es schien nie mit dem Verhalten zu tun zu haben, sondern es war einfach seine Methode, sie daran zu erinnern, daß er der Leitwolf war und daß sie gut daran täten, das nicht zu vergessen. Dies wurde während der gesamten Welpenzeit und auch später noch fortgesetzt. Typische Vorgehensweise war dabei, daß der Vater die Schnauze über den Nacken des Welpen legte oder später auch ihn einfach nur anknurrte und er sich dann auf den Rücken rollte. Als die Welpen älter wurden, kam es bei einem von ihnen schon vor daß er sich recht widerwillig unterwarf, es manchmal hinauszögerte oder den Vate rsogar nach der Prozedur kurz zwickte, getan wurde es jedoch weiterhin, solange keiner der Welpen den Vater ernsthaft herausfordern wollte. Um jedoch auf unsere vierwöchigen Welpen zurückzukommen, so ist wohl davon auszugehen, daß sie in diesem Alter auf Einschüchterung noch außerordentlich gut anspringen u.a. aufgrund ihrer großen körperlichen Unterlegenheit. Es ist gerade die Zeit, in der sie die Unterwerfungsrituale zunehmend erlernen, welche für das harmonische Zusammenleben im Rudel unerlässlich sind. Sie bekommen Grenzen aufgezeigt, werden immer mal wieder von den Eltern kurz auf den Boden gedrückt und somit in ihrem oft stürmischen unbändigen Verhalten für einen Moment unterbrochen.

14.07.2005, 18:31 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
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35 Tage alt

Im Grunde gibt es nichts wirklich neues, sondern die Entwicklungen wie z.B. Entwicklung von Milchzähnen und Ausdehnung der Spaziergänge setzen sich in der Art fort wie in den vorigen Postings schon angedeutet. Die Welpen trinken nun weniger Milch, da sie zunehmend vorgewürgtes Fleisch zu sich nehmen. Milch bleibt allerdings weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihrer Nahrung. Die Entwöhnung ist ein langsamer Prozeß und geschieht nicht abrupt.


42 Tage alt

Das Erscheinungsbild der Welpen dürfte mittlerweile "wölfischer" sein, da die Ohren sich komplett aufgerichtet haben. Die blauen Augen beginnen sich nun langsam von außen nach innen (zur dunklen Iris hin) zu verfärben. Bei manchen Welpen beginnt dieser Prozeß allerdings auch erst in der achten Woche und ist mit etwa 16 Wochen abgeschlossen. In den meisten Fällen nehmen die Augen schließlich einen bernsteinfarbenen Ton an, jedoch sind auch andere Farbnuancen möglich.
Die Welpen bewegen sich nun (also im Alter von sechs Wochen) bis zu eine Meile von der Höhle fort, allerdings nur als Ausflüge, auf denen sie von den Eltern begleitet werden, zumal jene anderes auch nicht zulassen würden und die Welpen sich alleine nach einiger Zeit verloren und desorientiert vorkommen würden. Je öfter mit den Welpen Ausflüge unternommen werden, desto besser lernen sie jedoch ihre nähere und auch weitere Umgebung kennen. Allerdings orientieren sie sich dabei weniger an optischen Eindrücken, zumal Pflanzen leicht in die Höhe schießen und die Sicht auf andere Dinge versperren können. Stattdessen orientieren sie sich an einer Art Geruchskarte. Bei seinen Wanderungen durchs Revier hinterläßt der Wolf Duftmarken an hervorstechenden Punkten wie z.B. Bäumen, um einerseits seinen Rudelmitgliedern mitzuteilen, daß er hier vorbeigegangen ist und um andererseits Fremden den Revieranspruch zu zeigen. Der Geruch verflüchtigt sich mit der Zeit, so daß an der Geruchsintensität erkennbar ist, wann der andere Wolf vorbeigekommen ist. Meist markiert der Wolf mit Urin, aber auch mit Kot. Oft kratzt ein Wolf noch nach dem Kotabsetzen wild den Boden auf. Im Unterschied zu Katzen vergraben Wölfe ihre Exkremente nicht. Das Kratzen ist daher auch nicht als Fehlversuch in diese Richtung zu deuten. Vielmehr verbreitet er durch die Schweißdrüsen in den Pfoten noch mehr von seinem Duft. Es wird angenommen, daß der Wolf sein Revier dort so markiert, wo auf freiem Gelände keine Bäume zu finden sind. Welpen beginnen schon recht früh, dieses Verhalten zu zeigen, etwa ab einem Alter von fünf Wochen. Manche kratzen schon kräftig und gezielt, hören dann aber auf und nehmen die Angewohnheit erst als erwachsene Wölfe wieder an. Übrigens kommt es in diesem Alter kaum noch vor, daß die Welpen auch innerhalb ihrer Schlafhöhle Kot oder Urin absetzen, denn instinktiv verspüren sie wie alle Wölfe das Bedürfnis das, was sie als Schlafbereich nutzen, nicht zu verschmutzen.

Alle Wölfe (einschließlich der Welpen) sind instinktiv in der Lage dazu, zu schwimmen. Auch wenn ihr "Hundepaddel" am Anfang noch recht unkoordiniert wirken mag und mehr an die Fortbewegung an Land erinnert, so verhindert er, daß sie untergehen. Automatisch macht ein Welpe solche Schwimmbewegungen, die ihn forwärts treiben, selbst wenn er sich zum ersten Mal im Wasser befindet. Wie alle Säugetiere taucht der Wolf mit dem Kopf auf und kann ihn schon aufgrund seiner natürlichen Haltung über Wasser halten. Ertrinken würde er erst, wenn er so vollkommen erschöpft ist, daß er sich gar nicht mehr bewegen kann.
Nicht instinktiv angeboren ist jedoch die Fähigkeit eine Wasserfläche als solche zu erkennen. Ein Welpe, der noch nicht die Erfahrung gemacht hat, daß man in Wasser einsinken kann, würde ohne zu zögern versuchen über das Wasser zu laufen als wäre es fester Grund, und sich dann wundern wieso er plötzlich einsinkt und paddeln muß.

Ebenfalls nicht angeboren ist die Fähigkeit, eine Flüssigkeit aufzulecken. Welpen beherrschen dies ab einem Alter von etwa drei Wochen, allerdings nur wenn sie Gelegenheit hatten, es zu üben (z.B. indem sie Urin auflecken oder die von den Eltern vorgewürgte Nahrung). Durch Nachahmen lernen sie allmählich ihre Zunge zu einer Art Schöpfkelle zu formen, die durch hin und her bewegen die Flüssigkeit aufnimmt und in den Rachen befördert.


49 Tage alt

Für das Alter von sieben Wochen gibt es leider nichts neues spannendes zu berichten. Soll allerdings nicht heißen, daß in dieser Zeit nichts passiert, sondern natürlich setzen sich sämtliche Prozesse wie zum Beispiel die Vervollständigung des Milchgebisses, die Entwöhnung, die Prägung und Sozialisierung fort. Während es in den ersten Lebenswochen der Welpen hauptsächlich die Mutter war, die sich um sie kümmerte, nimmt inzwischen bereits der Vater die wichtigste Stellung hinsichtlich Erziehung und Betreuung ein, unterstützt von der Mutter und den freiwilligen Helfern.

14.07.2005, 18:32 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
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56 Tage alt

Es ist so weit: Der große Tag ist gekommen! Mit acht Wochen sind die Welpen nun vollständig entwöhnt. Das Nervensystem ist voll entwickelt. Geruchssinn und Gehör entsprechen dem des erwachsenen Wolfes. Sie leben ausschließlich von fester Kost, auch wenn sie noch
Milchzähne haben. Das Milchgebiss ist nun voll entwickelt, die Eckzähne sind verhältnismäßig lang und vorne nadelspitz, die kleinen Schneidezähne ebenfalls scharf. Sie sind nun nicht mehr ausschließlich auf vorverdaute Nahrung angewiesen, sondern durchaus in der Lage einem von den erwachsenen Wölfen getöteten Beutetier wie zum Beispiel einem Kaninchen oder Rebhuhn selbständig den Bauch aufzureißen um an dessen Innereien zu gelangen. Die ersten Male mag es noch hilfreich sein, wenn ein erwachsener Wolf ihnen die Beute aufreißt, da die Welpen es mit ihren Milchzähnen schwer haben, doch schon bald beherrschen sie das fressen von kleinen Beutetieren vollkommen selbständig. In diesem Alter erfolgt auch der erste Fellwechsel. Die Welpen verlassen nun den Bau und werden die nächste Zeit ihrer Entwicklung an einem vom Rudel ausgewählten Platz leben, der sowohl weite Fläche für Spiele und Jagdversuche, als auch ausreichendes Rückzugsgebiet für den Gefahrfall bietet. Dieser Ort wird „Rendezvous Site“ genannt. Ja, die Rede ist vom Rudelplatz. Die Welpen werden nun zum Rudelplatz gebracht, wo sie fortan leben und auch schlafen werden. Eine Rückkehr in den Bau wird kaum noch bis gar nicht mehr erfolgen.
Die Welpen sind nun vollständig sozialisiert, haben Verbindungen untereinander geknüpft und ihren Platz im Rudel gefunden. Das Spielverhalten der Welpen beginnt sich nun zu ändern. Während zuvor die Geschwister zwar wahrgenommen wurden und auch ausgiebig gespielt wurde, nehmen die Spiele nun zunehmend realistische Züge an. Kampf-, Beute- und Meutespiele prägen den Tagesablauf der Welpen. Sinn all dieser Spielformen, in die nun auch die adulten Tiere mit einbezogen werden, ist die weitere Ausprägung des Sozialverhaltens und die Verfeinerung der körperlichen Ausdrucksformen. Ausdauernd wird auch die Konsequenz der älteren Wölfe ausgetestet, wobei diese bewußt Tabus setzen und damit Unterwürfigkeitsgesten der Welpen herausfordern. Somit erfolgt eine Anerkennung der Autorität der erwachsenen Wölfe. Noch beschränkt sich die Erziehung der Welpen in erster Linie auf den Alpharüden bzw. die Mutter, mit zunehmendem Alter werden jedoch auch die "Tanten und Onkel" mit einbezogen. Während die Welpen in den Spielarten noch weitgehend Narrenfreiheit haben, besteht beim Futter nunmehr kein Vorrang mehr. Welpen müssen die Welt kennenlernen, die Konsequenz der adulten Wölfe testen, um ihre Autorität anerkennen zu können. Die adulten Wölfe müssen Regel aufstellen, an denen sich der Welpe orientieren kann. Wird in dieser Phase dem Welpen noch ein Bonus gegeben, weil er ja noch ein Kind ist, bedeutet dies für den Welpen ganz einfach, daß die Regel, die nun nicht existieren, für ihn die Regel sind, an die er sich hält. Einfach gesagt, wenn er jetzt alles darf, heißt das für ihn, daß er sich an die Regel halten muß alles machen zu dürfen. Daher ist es wichtig von vornherein durchgängig konsequent in der Erziehung der Welpen zu sein.
Auch die Auseinandersetzung unter den Welpen um das vorhandene Futter nehmen zu. Dies mag wohl auch mit der Umstellung auf feste Nahrung zusammenhängen. Die Agressivität im Kampf am Beutetier, das körperliche Abdrücken der anderen und die Drohgebärden übersteigen das vergleichbare Verhaltenspotential beim Kampf um verabreichtes Futter bei Weitem. Spätestens hier zeigt sich also eindeutig, welche Welpen das größte Durchsetzungsvermögen haben und somit den größten Teil der Beute abbekommen. Gezielt stürzen sich die Welpen auf die Beutetiere und reißen diese direkt. Es ist kein Kampfspiel, sondern eine Jagd, denn das Jagdverhalten ist instinktmäßig schon in diesem Alter vorhanden. Wölfe brauchen keine Anleitung älterer Tiere bei einer ihrer Körpergröße entsprechenden Beute. Nur die Jagdtechniken auf größere Beutetiere müssen sie von den älteren Wölfen lernen. Alles andere erlernen sie mit der Zeit von alleine aus einer Mischung von instinktivem Wissen, austesten und Erfahrungen sammeln.
Ein weiterer "Meilenstein" in der Entwicklung der Welpen ist der Galopp. Besonders frühreife Welpen können schon mit acht Wochen lernen wie die erwachsenen Wölfe zu rennen, schnell wie der Wind in weiten Sätzen durch die Landschaft zu fegen, abspringend mit den Hinterpfoten und aufkommend mit den Vorderpfoten. Dies ist die schnellste Fortbewegungsart. Es ist zwar sehr anstrengend, doch selbst ein Welpe kann auf diese Weise eine erstaunlich lange Strecke aus reinem Übermut durchhalten. Die meisten Welpen erlernen diese Gangart jedoch erst mit neun oder zehn Wochen.
Die Welpen sind in diesem Alter noch recht offen für Neues, können also auch zu bis dahin unbekannten Wölfen problemlos freundschaftliche Bindungen eingehen. Ihre Neugier ist stark ausgeprägt. Wann immer also etwas Neues in ihre Umgebung kommt, sei es ein unbekannter Gegenstand, ein unbekanntes Tier oder ein unbekannter Wolf, ins Besondere einer, der nicht den Rudelgeruch an sich trägt, wird dieses fremd riechende Objekt ausgiebig untersucht, in sofern sich die Gelegenheit bietet und das Wesen ihnen keine Angst einjagd. Es ist keine Seltenheit, daß ein fremdes Wesen von der ganzen Welpenschar ausgiebigst beschnüffelt, beleckt, bekaut und bespielt wird, bis die Welpen sich mit jedem Millimeter von dessen Körper vertraut gemacht haben, so daß es nichts fremdes mehr an sich hat, sondern in ihre Umgebung gehört. Wie gesagt geschieht dies alles allerdings nur, wenn die Welpen neugierig und mutig genug sind. Ebenso kann es nämlich vorkommen, daß Welpen auf alles Fremde mit Scheu und Furcht reagieren und sich fern halten. Und sogar ein äußerst agressives Verhalten gegenüber zum Beispiel fremden Welpen kann vorkommen.


14.07.2005, 18:33 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
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70 Tage alt

Im Alter von zehn Wochen beginnt für die Welpen ein weiterer Lebensabschnitt. Sie sind jetzt keine kleinen tapsigen Welpen mehr, sondern erinnern schon an Jungwölfe, haben noch ihre Milchzähne und sind noch nicht geschlechtsreif. Ihre Bewegungen sind noch ziemlich ungeschickt, aber sie beginnen, ihr Revier ernsthaft zu erkunden.
Dieses Erforschen der Umgebung erfolgt meist in Spielserien, denn mit zunehmendem Alter entwickeln die Welpen immer neue Spiele. Sie kämpfen spielerisch miteinander, auch mit jedem erwachsenen Wolf, den sie dafür begeistern können. Doch sie veranstalten auch halsbrecherische Hetzjagden quer durchs Gelände, brechen durch das Gebüsch und Unterholz. Zwar folgen sie immer einem Anführer, doch kann dieser von einem Tag auf den anderen ein anderer sein. Diese Hetzjagden sind als Training für das Jagen im Rudel zu verstehen. Man braucht nicht viel Fantasie, um in der spielenden Welpenmeute das sich entwickelnde Wolfsrudel zu erkennen.

Für den Welpen ist jedes andere Tier je nach Größe Beute, Feind oder Spielkamerad. Einige Welpen haben Angst vor Tieren, die größer sind als sie selbst. Kleine Tiere hingegen scheinen im Verständnis der Welpen eigens zu ihrem Spaß geschaffen worden zu sein. Welpen, die ihr Futter noch nicht erjagen müssen, betrachten kleine Tiere als Spielzeug, an dem sie ihre Geschicklichkeit trainieren, die sie dann später in ernsten Situationen anwenden. Das ist für viele kleine Tiere zwar unangenehm und endet auch mal bei dem ein oder anderen Tier mit dem Tod. Viele haben aber Fähigkeiten entwickelt, sich vor den Quälgeistern zu schützen. Am sichersten ist die Flucht. Vögel fliegen davon, Mäuse und Kaninchen fliehen in ihren Bau. Frösche springen bei der leichtesten Bodenerschütterung oder einem herannahenden Schatten ganz schnell Wasser. Kröten, die sich auch fern von Wasser aufhalten, können weder schnell rennen noch in einem Bau verschwinden. Trotz des rauhen Aussehens haben sie eine dünne verletzliche Haut. Sie sondern am ganzen Körper einen widerlichen Schleim ab, der giftig ist. Das Gift der Kröte schmeckt abstoßend, wie Welpen beim Spiel mit solch einem Tier feststellen müssen. Nichts würde die Welpen in Zukunft wieder dazu bringen, eine Kröte ins Maul zu nehmen, um mit ihr zu spielen oder sie zu fressen. Während die Welpen versuchen, durch Speichelabsonderung den Geschmack loszuwerden, entkommt die Kröte unverletzt.
Wölfe lernen schnell und erinnern sich gut an das Gelernte. Wenn also Welpen im Spiel lernen, daß ein bestimmtes Tier weder Beute noch Spielkamerad ist, prägt es sich ihnen ein, daß sie dieses Tier in Ruhe lassen müssen.

Eine Ausnahme bei der Beute-, Feind- und Spielkamerad-Regel bilden Rudelmitglieder und Rudelfreunde, sie werden weitgehend übersehen. Dabei kann es sich in Ausnahmefällen auch um Tiere handeln, die keine Wölfe sind und auch ein entsprechend vollkommen anderes Aussehen und Verhalten haben. Entscheidend ist hierbei daß das entsprechende Tier sich dauerhaft im Zentrum des Reviers nahe dem Rudel aufhält und von den Rudelführern akzeptiert wird. Instinktiv respektieren Wölfe und auch Welpen Rudelmitglieder als Rudelmitglieder und höherrangige Wölfe als höherrangige Wölfe und behandeln sie entsprechend, wogegen sie unwillkommenen Eindringlingen feindselig begegnen. Die Ankunft eines Eindringlings wird meist recht schnell bemerkt und dann lautstark oder in manchen Fällen auch recht lautlos den anderen Rudelmitgliedern mitgeteilt. Ein Neuankömmling wird zunächst einmal nicht angegriffen, aber mit Vorsicht und oftmals auch Anspannung beobachtet. Diese Feindseligkeit und Anspannung erlischt nur dann, wenn die Eindringlinge sich dem Anführer des Rudels unterwerfen und dieser sie offiziell akzeptiert und im Revier duldet.

Der Stock bedeutet Wölfen so viel wie den Katzenkindern ein Wollknäul. Dieses "Allround-Spielzeug" verliert nie an Attraktivität. Der Wolf hat sehr kräftige Zähne und Kiefernmuskeln und kann sogar Knochen verdauen. Die Kaumuskeln müssen aber ebenso trainiert werden wie die des Rückens und der Läufe. Deshalb bekaut und benagt der Welpe den Stock wie einen Knochen. Das ist aber erst der Anfang: Der Stock eignet sich zum "Beuteschütteln", Verstecken, Suchen und Davontragen. Will ein Welpe allein mit dem Stock spielen, trägt er ihn weg und legt sich mit dem Rücken zu den anderen Welpen hin. Trägt ein Welpe den Stock allerdings hocherhobenen Hauptes und Schwanzes an den anderen Welpen vorbei, ist das der Startschuß für eine Hetzjagd. Sie dauert nie lang, denn Welpen stolpern über den Stock, werden eingeholt und eine wilde, spielerische Streiterei entbrennt um den Besitz des kostbaren Gegenstandes. Das Signal zum Start des Spiels ist eindeutig.

Es kann in diesem Alter nun öfter vorkommen, daß auch erwachsene Wölfe Welpen zum "Schaubeißen" heraussuchen. Die anderen Welpen turnen dann um sie herum und dürfen sich dem Gerangel anschließen. So lernen sie auf spielerische Art zu kämpfen. Das Spiel der Welpen ist nun viel ausdauernder, weniger agressiv und endet kaum noch in Streit. Inzwischen hat das Erwachsenenfell die Babywolle verdrängt, und nach gelgentlich ärgerlichen Auseinandersetzungen kann man bei den Welpen schon das gesträubte Nackenfell beobachten. Insgesamt nehmen die Verständigungsmöglichkeiten der Welpen untereinander rasch zu. Wölfe verständigen sich mit Gerüchen, zum Beispiel bei der Reviermarkierung oder einer Begegnung. Sie haben außerdem ein großes Repertoire an stimmlichewn Verständigungssignalen, schneiden Grimassen und drücken viel mittels Körperhaltung und ritualisierten Bewegungsabläufen aus. Aufgerichtete Ohren und Rute zeigen Aufmerksamkeit und Selbstvertrauen an. Werden sie angelegt bzw. eingezogen, bedeutet dies Unsicherheit. Bei einer Begegnung werden sie oft angelegt, um friedliche Absichten anzukündigen. Wenn ein Wolf aus dieser Haltung zurückweicht und die Zähne zeigt, hat er Angst und geht in die Defensive. Schiebt er dann sogar den Kopf nach vorn, wird er möglicherweise angreifen.
Ein angriffslustiger, nicht ängstlicher Wolf sieht ganz anders aus. Er drückt sein Hitnerteil hoch und steht mit gestreckten Vorderläufen breitbeinig da, Ohren und Rute sind aufgerichtet, er sträubt sein Nacken- Und Rückenfell und bleckt die Zähne. Die gleiche Stellung, allerdings ohne gesträubtes Fell, lädt zum Spielen ein, ebenso wie ein sanftes Knabbern an der Rute des anderen Wolfes, gefolgt von Pfotenschlagen und einer Seite-an-Seite-Aufstellung. All diese Verhaltensweisen deuten an, daß keine Feindseligkeiten herrschen.

Welpen, die erwachsene Wölfe im Spiel zu sehr belästigen, werden oft zur Ordnung gerufen. Der erwachsene Wolf knurrt und schnappt, der Aufdringling nimmt sofort eine unterwürfige Haltung ein. Oft greift der erwachsene Wolf mit dem Fang über den Kopf des Welpen und verharrt so, ohne ihm wehzutun. Sobald der Welpe schreit, wird er freigelassen. Erwachsene Wölfe verletzen keine Welpen unnötig.

Bezüglich der Nahrung befindet es sich im Alter von zehn Wochen in einer Umbruchphase. Noch immer bekommen die Welpen von anderen Welpen vorgewürgte Nahrung, zunehmend werden ihnen aber auch kleine tote oder halbtote oder eventuell auch mal lebende Beutetiere mitgebracht. Sogar schon halb verweste Tiere eignen sich als "Mitbringsel", denn zwar sind sie nicht sehr nahrhaft, aber dafür eignen sie sich gut zum darin wälzen, denn aus noch immer nicht genau bekannten Gründen wälzen sich Wölfe mit Vorliebe in derartigen Gerüchen. Wer ein Beutetier erwischt, muß sich vor den anderen Welpen in Sicherheit bringen. Dieses Verhalten entspricht dem Spiel mit einem Spielzeug, nur mit dem Unterschied daß es ernsthafter zur Sache geht und Welpen bei der Verteidigung einer Beute entschieden böser knurren. Ob Welpen Beute von größeren Beutetieren vorverdaut bzw. in Stücken mitgebracht wird oder sie direkt an das Beutetier herangeführt werden um das Fleisch vom Knochen zu nagen, hängt meist davon ab ob die Beute in geringer oder großer Entfernung vom Rudelplatz erlegt wurde. Manchmal werden Knochen oder Beute markiert und zum Teil vergraben. Wenn jemand einen solchen vom Besitzer gekennzeichneten Knochen stielt oder sich am Fleischversteck eines anderen Wolfes zu schaffen macht, kann das schlimme Folgen haben, denn der eigentliche Besitzer verteidigt sein Eigentum riguros. Wölfe sind im Grunde Fleischfresser, jedoch keine reinen. Neben dem pflanzlichen Mageninhalt ihrer Beute verschlingen sie auch reife Früchte wie z.B. Beeren, Insekten, Regenwürmer, Eidechsen, Aas und Abfälle der Menschen, ja sogar den Kot anderer Tiere wie zum Beispiel Pferdeäpfel oder Kaninchenkot. Wölfe und andere Tiere nehmen den Kot von Pflanzenfressern als ganz normalen Bestandteil ihrer Nahrung auf. Sie entnehmen der teilweise verdauten pflanzlcihen Nahrung Nährstoffe wie Eiweiß und Mineralstoffe. Manchmal fressen Wölfe auch ihren eigenen Kot, das deutet jedoch auf Krankheit (z.B. Würmer) oder Vitaminmangel hin. Oftmals werden Gras und andere Pflanzen auch im Originalzustand gefressen. Allerdings passiert das Gras den Verdauungstrakt der Wölfe weitgehend unverdaut, da ihnen das Enzym zum Verdauen von Zellulose fehlt. Faseriges Material wie Grad oder Haare erhöht jedoch den Ballaststoffgehalt der Nahrung in den Verdauungsgängen. Es verhindert Verstopfung und verdrängt vermutlich Bandwürmer, die dadurch mit ausgeschieden werden. Der Auslöser für das Grasfressen könnte daher ein Reiz aus dem Verdauungstrakt sein, der den Wolf zur Aufnahme der unverdaulichen Phasern veranlaßt. Manchmal erbricht der Wolf das Gras zusammen mit Schaum, was auf einen leeren Magen hinweist. In diesem Fall ist vielleicht eine Magenverstimmung der Auslöser zum Grasfressen. Unverdautes, frisches Gras mag der Gesundheit dienlich sein, mehr hat der Wolf allerdings von bereits verdautem Gras. Beim Fressen vom Kot der Pflanzenfresser ist das Gras nicht nur für ihn vorverdaut, sondern enthält auch noch die grasabbauenden Kleinstlebewesen aus dem Verdauungstrakt des Vorgängers. Das Grasfressen wird von Welpen meist durch das Nachahmen erwachsener Tiere erlernt.


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Doch ein weiterer Aspekt kommt hinzu, und zwar beginnen die Welpen in diesem Alter auch das selbständige Erlegen von Beutetieren, die nicht von den Eltern gebracht werden. Geeignet sind dafür zunächst natürlich nur kleine Beutetiere, vorzugsweise Mäuse. 10 bis 12 Wochen ist das Alter, in dem normalerweise die Ausbildung von Jagdtechniken beginnt. Obwohl Wölfe in diesem Alter noch sehr verspielt sind, beobachten alle sehr genau, wenn einer von ihnen ein Mauseloch aufgräbt. Werden die Bewegungen hastiger, was ein Zeichen der Annäherung an die beute ist, reagieren die anderen sofort. Vom Spiel wird umgestellt auf Beutetrieb. Wenn es in einem Jahr viele Mäuse gibt, können so aus den Wölfen mit zunehmendem Alter regelrechte Mäusejäger werden. Wirklich erfolgreich sind solche Jagdtaktiken allerdings nur in der Gruppe. Die einen graben die Mäuselöcher auf, die anderen beobachten die weiter umliegenden Aus- und Eingänge. S entwickelt sich eine regelrechte Teamarbeit. Ist einer müde, gräbt der andere weiter und der Abgelöste beobachtet oder schnauft in die direkt am Bau liegenden Mäuselöcher hinein, um die Mäuse zu beunruhigen. Sie finden schnell heraus, daß die Mäuse dann schneller an die Oberfläche kommen. Oft beginnen Wölfe gleichzeitig an einem Loch zu graben. Dies geschieht allerdings meist dann, wenn sich mehrere Mäuse in dem Loch befinden, nicht selten mit Jungen. Ein regelrechtes Jagdfieber bricht aus, wenn die Wölfe beim Graben kurz vor der Beute sind oder die Mäuse versuchen, den Bau zu verlassen.
Jungwölfe, welche sich schon als kleine Welpen durchsetzten und sich dominant gegenüber anderen zeigten, tun sich auch bei den ersten Jagdversuchen hervor. Ein Spiel mit gefangenen Mäusen wie es bei Katzen üblich ist, gibt es nicht. Jeder, der eine Maus im Fang hat, frißt sie sofort auf, schon deshalb, weil andere versuchen, ihm die Maus zu entreißen. Drei Beutetaktiken gibt es: 1. Einer gräbt, wird bei Ermüdung abgelöst, die anderen lauern. 2. Ein oder zwei Wölfe graben an verschiedenen Baueingängen, die anderen beunruhigen die Beutetiere durch geräuschvolles Schnaufen in die Löcher. 3. Bei einem stark befahrenen Mäusebau werden die Wölfe unruhig, voller Spannung nehmen sie sich jeder ein Mäuseloch vor. Selbständiges Lernen, schnelles Reagieren, das Anpassen an sich stellende Beutemöglichkeiten und das damit verbundene Praktizieren verschiedener Taktiken zeichnen Wölfe schon als Jungtiere aus. Viele flüchtende Mäuse werden im vollen Lauf mit dem Fang geschnappt, einige können aber auch entkommen. Mäuse, die durch Grad laufen und sich zu verstecken versuchen, werden durch einen hohen Sprung erlegt. Viele Grundzüge im Jagdverhalten verweisen auf angeborene Wolfseigenschaften. Sie müssen nur zum Teil erlernt werden. Dies geschieht in der Regel, wenn die Welpen unter sich sind und die Gelegenheit dazu haben. Die einzelnen Welpen beobachten listigere und schlauere Tiere aus dem Rudel und ahmen diese nach. Wichtig ist allerdings, daß in diesem Alter Beutetiere vorhanden sind, die der Größe des Welpen entsprechend gejagt werden können.

Wölfe besitzen verschiedene Methoden sich bei Kälte warm zuhalten. Sich bei Hitze abzukühlen fällt ihnen schwerer, denn sie besitzen nur wenige Schweißdrüsen, ausnahmslos an den Pfotenballen. Darüber hinaus können sie durch das Ausdehnen der Blutgefäße den Körper abkühlen oder ein kühles, schattiges Plätzchen aufsuchen. Am meisten regulieren die Wölfe ihre Körpertemperatur durch Hecheln. Dabei beschleunigt sich die Atmung bei offenem Fang bis auf 300 Atemzüge pro Minute. Eine große Menge Luft wird über die feuchte Zunge, Kehle und Bronchien eingezogen. Das verdunstende Wasser erzeugt Verdunstungskälte, die zur Abkühlung der Tiere führt. Ist ein Wolf an einem heißen Tag viel gerannt, legt er sich flach auf den kältesten Boden, den er finden kann, oder an einen Ort wo frischer Wind weht. Mit zurückgezogenen Leftzen atmet er ziemlich geräuschvoll.

84 Tage alt

Im Alter von 12 Wochen sehen die Jungen zwar noch nicht annähernd wie Erwachsene aus, entsprechen aber auch nicht mehr dem typischen Aussehen eines kleinen, niedlichen Welpen. Das fortwährende Wachstum ließ sie beachtlich an Gewicht und vor allem auch Schulterhöhe zulegen. Die Proportionen stimmen allerdings noch nicht ganz, so daß sie mit ihren langen Beinen recht schlaksig wirken und die großen Pfoten und Ohren das Bild auf recht eigentümliche Weise abrunden. Auch wenn sie erst knapp drei Viertel ihrer späteren Größe erreicht haben, zeichnen sich nun schon deutlich sowohl Vor- als auch Nachteile ab, die ihr neues Erscheinungsbild mit sich bringt. So ist es den Welpen beispielsweise nicht mehr möglich durch manch enge Nische oder Spalte zu kommen, in die sie früher noch reingepaßt hätten, und auch andere Vorteile einer geringen Größe wie zum Beispiel auf kleine Sachen draufklettern können fällt weg. Besonders nachteilhaft erweist sich dieses insofern, als daß es den Welpen mit unter schwer fällt überhaupt zu verstehen daß sie nun größer sind und daher nicht mehr alles so geht, wie es früher ging. Es kann vorkommen daß sie auch in späteren Wochen noch immer mal wieder Dinge probieren werden, für die sie eigentlich schon längst zu groß sind, und dementsprechend verdutzt reagieren werden, wenn es nicht klappt.
Zu den Vorteilen der neugewonnen Größe zählt hingegen, daß sie für die erwachsenen Wölfe nun nicht mehr so leicht zu handhaben sind. Es dürfte kaum noch möglich sein die Welpen mal eben am Nackenfell zu packen und mit sich rumzutragen, auch wenn es wohl Situationen geben mag, in denen es auch im Interesse der Welpen wäre, wenn es noch ginge.
Zu den sozialen Nachteilen ihres Alters zählt, daß sie längst nicht mehr alle Vorteile genießen, die ein Welpendasein mit sich bringt. Sie werden nicht mehr bevorzugt bei der Beute und haben auch keinerlei "Narrenfreiheit" mehr.
Allerdings gibt es eine bedeutsame Neuerung, die in diesem Alter eintritt: Zum ersten Mal ist es den Welpen erlaubt das Rudel auf ihren Jagdzügen zu begleiten. Die Welpen dürfen sich an der Jagd allerdings noch nicht aktiv beteiligen und würden dabei auch keinen Erfolg haben, da sie noch nicht die erforderlichen Voraussetzungen haben, um große Beutetiere zu erlegen. Stattdessen bilden sie das Schlußlicht des Jagdzuges und werden von einem erwachsenen Tier überwacht. Es geht somit also hauptsächlich darum, daß die Welpen durch Beobachtung lernen, um sich später einmal auch aktiv an der Jagd beteiligen zu können.

14.07.2005, 18:34 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
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91 Tage alt

Die Welpen kommen nun in die Rangordnungsphase. In dieser Phase tritt verstärkt die Suche des Welpen nach einer Führungspersönlichkeit innerhalb der Welpengruppe in den Vordergrund. Innerhalb der Welpengruppe wird eine Rangordnung ausgebildet, die sich nicht nach der körperlichen Stärke orientiert sondern nach dem Können, den Fähigkeiten. Bei jeglichen Auseinandersetzungen agiert jedoch der Alpharüde, wenn es zu herb wird, als Schiedsrichter, dessen Autorität von jedem Welpen sofort anerkannt wird.


105 Tage alt

Im Alter von 14 bis 15 Wochen beginnt allmählich der Zahnwechsel, welcher sich noch bis zur 28. Woche hinziehen wird. Im Alter von 6 Monaten werden die Welpen ihr Erwachsenengebiß komplett haben. Es besteht dann aus 42 Zähnen - 20 im Ober- und 22 im Unterkiefer. Es besteht pro Kiefer aus sechs Schneidezähnen, zwei Fangzähnen, acht Lückenzähnen und vier Backenzähnen im Ober- und und sechs Backenzähnen im Unterkiefer. Zuerst brechen die oberen Schneidezähne im Alter von etwa 14 Wochen durch, gefolgt von den unteren Schneidezähnen, dann kommen die Fangzähne und Lückenzähne, zum Schluß alle Backenzähne. Zu diesem Zeitpunkt hat der Welpe ein Alter von sechs oder sieben Monaten erreicht.
Der Zahnwechsel ist nicht ganz unproblematisch, besonders, wenn ein Welpe in der Zeit erkrankt, in der sich der Zahnschmelz bildet. Dies ist die härteste Substanz des Körpers. Zahnschmelz und Zahnbein bilden den Zahn und bestehen aus Mineralstoffen, die durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Die Zähne entwickeln sich ziemlich schnell. In dieser Wachstumsphase muß der junge Wolf sehr viel Nahrung aufnehmen, um den Bedarf seines Körpers an Mineralstoffen zu decken. Jegliche Erkrankung, die mit Appetitlosigkeit oder Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen einhergeht, kann die Bildung des Zahnschmelzes stören, und der Wolf hätte dann sein restliches Leben lang Zahnprobleme.
Zähne sind stark verankert. Die Wurzeln reichen tief in den Kieferknochen. Der vierte obere Lückenzahn und der erste untere Backenzahn sind die sogenannten Reißzähne und werden zum Schneiden benutzt. Sie sind besonders groß und typisch für alle Fleischfresser. Der Wolf kann damit Knochen in schluckgerechte Stücke brechen, die er dann verdauen kann.
Beobachtet man einen Wolf beim Fressen, fällt auf, daß er seine Pfoten wie Hände einsetzt, wenn große Brocken festzuhalten sind. Er greift und zieht mit den Fangzähnen, knabbert kleine Stücke mit den Schneidezähnen ab und wirft sie durch die Kopfbewegung nach hinten in den Schlund. Wölfe können nicht kauen, da sie den Kiefer nicht seitlich bewegen können. Sie legen den Kopf zur Seite, wenn sie die Reißzähne zum Brechen von Knochen oder Abschneiden eines Fleischstückes einsetzen wollen.
In der Zeit des Zahnwechsels kommt es besonders häufig vor, daß die Welpen an Ästen oder jeglichen anderen geeigneten Objekten ausgiebig herumnagen und knabbern. Auf diese Art versuchen sie ihre locker gewordenen Milchzähne weiter zu lockern und loszuwerden. Diese Knabberaktionen sind nicht unbedingt ein Spaß, sondern können sich durchaus als eine Art Dauernagen mit abwesendem Gesichtsausdruck äußern. Der Grund dafür mag darin liegen, daß es sich wie auch bei Menschen um einen relativ schmerzhaften Prozeß handelt, und so kann es durchaus vorkommen, daß ein Wolf in bestimmten Momenten aus Schmerz darüber jaulen und wimmern muß.
Die Zweitzähne von Wölfen sind zwar deutlich größer und kräftiger als die Milchzähne, dafür jedoch nicht so nadelspitz und man kann sich somit nicht so leicht die Haut daran aufritzen. Vom optischen Erscheinungsbild her ist das vollständige Gebiß eines über 6 Monate alten Wolfes jedoch alle mal eindrucksvoller als ein Welpengebiß.

14.07.2005, 18:35 Profil von Wölfi Füge Wölfi deiner Freunde-Liste hinzu Email an Wölfi senden Private Nachricht an Wölfi senden
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112 Tage alt

Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Jagdfähigkeiten der Welpen und vergrößert sich auch der Ernst, den sie dabei zu Tage legen. Zwar sind es noch immer hauptsächlich kleine Beutetiere, doch es führt allmählich von den einfachen Mäusejagden weg. So wurde von ein paar Jungwölfen berichtet, die im Alter von vier Monaten eine ganze Rattenkolonie an einem aufgeschütteten Hang aushoben. Dies klappte allerdings nur durch die Zusammenarbeit von mehreren Wölfen, wo der eine das Beutetier ablenkte und der andere zuschlug, und auch durch das gemeinschaftliche aufbuddeln von mehreren Löchern parallel, wie auch bei der Mäusejagd.


175 Tage alt

In diesem Monat wird konkret die Lösung der Jungwolfgruppe von den Elterntieren vorbereitet. Alles spielerische wird nun noch mehr in die Bahnen gelenkt, die für das Überleben in der freien Natur notwendig sind. Es finden zunehmend Streifzüge und Jagden auf kleiner Beutetiere ohne die Elterntiere statt, auf größere Beutetiere werden die Jungwölfe von den Elterntieren angelernt – eine Prägung der Jungwölfe auf ein Alphatier.


189 Tage alt

Mit sechs Monaten unterscheiden sich die Jungwölfe im Aussehen kaum noch von den Altwölfen. Die Körpergröße ist fast identisch und das Wachstum vollzieht sich nurnoch sehr langsam. Allerdings sind Jungwölfe noch deutlich schlanker und schmaler gebaut als Altwölfe.


217 Tage alt

Die Jungwölfe nehmen nun regelmäßig an den Jagden der Altwölfe teil und leisten dort auch schon ihren Beitrag. Die welpenhafte Anbindung an das Rudel beginnt sich zu lockern, so daß es vereinzelt schon vorkommen kann, daß junge Wölfe bereits in diesem Alter abwandern oder aufgrund eines Fehlverhaltens vom Rudel verstoßen werden. Zum vollkommen eigenständigen jagen und töten von großen Beutetieren sind Wölfe jedoch frühstens mit zehn Monaten, spätestens mit 12 Monaten in der Lage.


364 Tage alt

Im Alter von 12 Monaten ist das Skelettwachstum der Jungwölfe vollständig abgeschlossen. Sie sind nun selbsständige Jäger, die ganz für sich alleine sorgen können. Allerdings sind sie noch nicht geschlechtsreif, wiegen zudem noch immer deutlich weniger als die Altwölfe und gleichen ihnen auch im Aussehen noch nicht völlig.

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